Lukas Raeber
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Verkehrsgarten
Ein durchlässiger Pavillon als Scharnier im Park
Beschreibung

Die Ausgangslage für das Projekt bildet ein Sichtbetongebäude, welches vom Architekten Erwin Glaser erbaut wurde und seit seiner Eröffnung 1970 als Schulgebäude und Kinderhort dient. Der zweigeschossige Pavillonbau bespielt den «Verkehrsgarten», eine grosszügige Grünanlage mit Miniatur-Strassennetz, in dem Kinder das Verhalten im Strassenverkehr erfahren und erlernen können. Das Gebäude ist in eine Geländekante im südlichen Teil der Anlage eingebettet und fungiert als Scharnier zwischen Stadtraum und der ruhigen Parkanlage.

Das Gebäude verfügt in seiner Grundsubstanz über hohe architektonische Qualität. Nach verschiedenen Nutzungsanpassungen und baulichen Massnahmen der Vergangenheit galt es, in einer umfassenden Erneuerung diese Qualitäten wiederherzustellen und durch gezielte strukturelle Eingriffe einen Mehrwert zu schaffen.
Den Kern des Entwurfs bildet ein raumhaltiges Eichenmöbel im Erdgeschoss, das infrastrukturelle Elemente wie Teeküche, Info-Board und WC-Anlagen umfasst und die Mitte des Grundrisses einnimmt. Fliessend um dieses Möbel sind die zentralen, repräsentativen Nutzungen des Gebäudes gruppiert. Von der Eingangshalle aus erreicht man über einen Balkon mit Aussentreppe den Verkehrsgarten, der auf dem unteren Niveau liegt. Die Durchlässigkeit des Gebäudes wird weiter erhöht durch eine neue Erschliessungszone im Untergeschoss, die das vormals strukturell in zwei Hälften geteilte Gebäude zu einer funktionalen Einheit zusammenfasst und betriebliche Abläufe vereinfacht.

Die Materialisierung ist auf wenige Grundelemente reduziert und orientiert sich am Charakter des Ursprungsbaus. Die repräsentativen Räume sind mit einer durchlaufenden Holzakustikdecke aus Eiche ausgestaltet, die mit Kugel-Pendelleuchten einen geeinten Horizont erhalten. Die Böden sind als Pendant zur mineralischen Strassenwelt mit einem robusten, geschliffenen Zementunterlagsboden gestaltet. Die raumhohen Türen, die Holz-Metall-Fenster und die Nassbereiche bringen Farbe ins Gebäude. Die Betonfassade erscheint nach einer umfangreichen Sanierung wieder in ihrem ursprünglichen, rohen Sicht-Charakter und bildet zusammen mit den Holz-Metall-Fenstern in Aluminium das robuste Kleid des Hauses.

Projektdaten

Kennzahlen

  • Nutzung: Schulungsgebäude und Verkehrsprävention JSD Basel
  • Standort: Wasgenring 158, 4055 Basel
  • Geschossfläche: 385m2
  • Projektjahr: Planerwahlverfahren 1. Preis, Fertigstellung 2022

Beteiligte

  • Bauherrschaft: Immobilien Basel Stadt
  • Bauherrschaftsvertreterin Bau: Immobilien Basel-Stadt, Patrizia Guarnaccia, BVD BS
  • Bauherrschaftsvertreter Nutzer: Justiz- und Sicherheizdepartement, Martin Hachen, JSD BS
  • Architektur: Lukas Raeber Architekten: Moritz Schudel (Projektleitung), Julien Blanc, Lukas Raeber
  • Signaletik: Büro Spreng, Basel
  • Tragkonstruktion: wh-p Ingenieure, Basel
  • Bauphysik: Kuster + Partner, Basel
  • HLK Planung: Beat Joss & Partner, Basel
  • Sanitärplanung: Schmutz + Partner, Basel
  • Elektroplanung: Immoing, Sissach
  • Fotografie: Géraldine Recker, Weisswert
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Der zweigeschossige Pavillonbau bespielt den «Verkehrsgarten», eine grosszügige Grünanlage mit Miniatur-Strassennetz, in dem Kinder das Verhalten im Strassenverkehr erfahren und erlernen können.
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Das Gebäude ist in eine Geländekante im südlichen Teil der Anlage eingebettet und fungiert als Scharnier zwischen Stadtraum und der ruhigen Parkanlage.
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Das Gebäude verfügt in seiner Grundsubstanz über hohe architektonische Qualität. Nach verschiedenen Nutzungsanpassungen und baulichen Massnahmen der Vergangenheit galt es, in einer umfassenden Erneuerung diese Qualitäten wiederherzustellen und durch gezielte strukturelle Eingriffe einen Mehrwert zu schaffen.
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Den Kern des Entwurfs bildet ein raumhaltiges Eichenmöbel im Erdgeschoss, das infrastrukturelle Elemente wie Teeküche, Info-Board und WC-Anlagen umfasst und die Mitte des Grundrisses einnimmt.
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Fliessend um das mittige Möbel aus Eiche sind die zentralen, repräsentativen Nutzungen des Gebäudes gruppiert.
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Die Materialisierung ist auf wenige Grundelemente reduziert und orientiert sich am Charakter des Ursprungsbaus.
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Die Betonfassade erscheint nach einer umfangreichen Sanierung wieder in ihrem ursprünglichen, rohen Sicht-Charakter und bildet zusammen mit den Holz-Metall-Fenstern in Aluminium das robuste Kleid des Hauses.
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